Oh Mann… Momentan ist hier wirklich der Teufel los!
Begonnen hat es am Sonntag vor einer Woche. SchwieMu war gerade zu Besuch, da bekam mein 5jähriger Sohnemann ganz plötzlich hohes Fieber, Kopf- und Halsschmerzen, und schwindelig war ihm auch. Also ab zum kinderärztlichen Bereitschaftsdienst. Dort wurde eine Angina diagnostiziert, Streptokokken-Test postiv. Wir bekamen ein Antibiotikum und Fiebersaft verordnet. Wie immer in solchen Fälle war unsere eigentliche Kinderärztin natürlich im Urlaub und wir sollten deshalb am Mittwochmorgen nochmal zur Bereitschaftsärztin kommen.
Trotz AB ging es meinem Söhnchen nicht wirklich besser, lediglich der Fiebersaft wirkte. Essen ging am Montag und Dienstag schon nicht, und ab Dienstagabend bereitete ihm auch das Trinken sichtliche Probleme. Also standen wir am Mittwoch gleich morgens um kurz vor halb 8 vor der Arztpraxis. Ein neuer Streptokokken-Test brachte zwar ein negatives Ergebnis, dafür waren die Mandeln aber wesentlich dicker angeschwollen als am Sonntag und nun auch dick mit Eiter belegt.
Wir bekamen eine Überweisung zur HNO-Ärztin und sollten dort auch möglichst sofort vorstellig werden.
Blöd nur, dass wir da gegen 8.15 Uhr eintrafen, die Sprechstunde am Mittwoch dort aber erst um 10 beginnt.
Also wieder nach Hause, damit der GG, der auf die Kleine aufgepasst hatte, an die Arbeit fahren konnte. Der kurze Fußweg von zu Hause zur HNO-Ärztin war für das Söhnchen dann schon fast eine Tortur. Leider war die Praxis um halb 10 auch noch abgeschlossen und wir mussten im Treppenhaus warten. Die Schwestern schlossen erst gegen 9.45 Uhr auf – dafür waren wir aber dann auch die Ersten. Leider allerdings nicht diejenigen, die zuerst drankamen – denn wie heißt es so schön: „Die Reihenfolge der Patienten bestimmt der Arzt.“ Also kamen erstmal alle, die einen Termin hatten, vor uns dran. Gut – wir hatten zwar keinen Termin, dafür war mein Sohn aber das einzige Kind im Wartezimmer und zudem noch eines, das ganz offensichtlich Schmerzen hatte und sich ganz und gar nicht wohlfühlte,worüber die Schwestern auch Bescheid wussten. Nach einer Dreiviertelstunde im Wartezimmer machte ich meinem Unmut Luft – und siehe da – auf einmal kamen wir doch tatsächlich dran!
Die HNO-Ärztin äußerte den Verdacht auf Pfeiffersches Drüsenfieber und wies mein Kind sofort stationär ins Krankenhaus ein.
GG musste wieder von der Arbeit weg, weil er ja das Auto dabei hatte, und holte uns von der Praxis ab. Wir fuhren nach Hause, legten das kleine Kind zum Mittagsschlaf ins Bett, aktivierten meine Eltern, damit sie zu uns kamen und auf die Kleine aufpassten (die ja glücklicherweise schlief!), packten Sohnemann seine Sachen für die Klinik ein. Dann fuhr ich den GG wieder an die Arbeit und anschließend das Kind ins Krankenhaus.
Die nächsten Tage waren das blanke Chaos. Im Krankenhaus konnte ich nicht mit bleiben, weil ich ja nun mal noch zwei weitere Kinder habe, GG keinen Urlaub bekam und sich die Zahl meiner Babysitter im Bereich Null befindet – Großeltern kommen allerhöchstens mal für 1-2 Stunden in Frage, alles andere ist undenkbar. Also war Spagat zwischen dem Kind in der Klinik und den beiden zu Hause angesagt. Im Krankenhaus weinte der Sohn, wenn ich nach Hause musste, zu Hause blieb einiges liegen, was eigentlich dringend hätte erledigt werden müssen, weil ich ins Krankenhaus musste, das große Kind hatte eine Chorprobe nach der anderen – logischweise am anderen Ende der Stadt und am späten Nachmittag bzw. am Abend – also bei Dunkelheit – Mama-Taxi gefragt… Nachts konnte ich nicht schlafen, weil meine Gedanken beim Sohn waren…
Zum Glück bekamen wir am Donnerstagabend vom Krankenhaus Entwarnung, was das Pfeiffersche Drüsenfieber anging. Es war „nur“ eine schwere Angina, aber das nun intravenös verabreichte Antibiotikum wirkte gut und die Entzündungswerte im Blut sanken.
Am Freitag hieß es dann, dass das Kind am Samstag nach Hause darf und das AB dann als Saft einnehmen kann. Dass die Arztpraxen am Samstag geschlossen sind und die Klinikärzte keine Rezepte ausstellen dürfen, fiel zwar nicht den Ärzten, zum Glück aber MIR ein – und zwar noch am Freitagvormittag vor 12.
Ich ließ mir also im Krankenhaus sagen, wie das benötigte Medikament heißt und machte mich auf zur HNO-Ärztin, die uns auch eingewiesen hatte, um mir ein entsprechendes Rezept ausstellen zu lassen. Sprechstunde am Freitag von 8-12, ich war um kurz nach 11 da – Glück gehabt. Bis ich oben vor der Praxistür stand, die mal wieder abgeschlossen war. Auch auf mein Klingeln reagierte niemand. Kein Hinweis, dass die Praxis nicht besetzt ist und schon gar nicht, warum.
Ein Anruf später ergab dann, dass Frau Doktor bei einer Weiterbildung weilte. Ok, muss auch sein, aber ein entsprechender Hinweis an der Praxistür wäre schon schön gewesen…
So, also wieder quer durch den Freitagsverkehr – kleines, inzwischen nörgeliges (weil müdes) Kind im Schlepptau – und wieder zur Kinderärztin (also die Bereitschaftsärztin vom Sonntag, bei der wir ja vertretungsweise auch am Mittwoch waren). Gut – auch hier Sprechstunde bis 12 – gerade noch so geschafft. Tja, nur war hier die Ärtin leider auch nicht zugegen, nur zwei Schwestern, die aber keine Antibiotika verordnen dürfen. Argl!!! Ich glaube, ich muss zu diesem Zeitpunkt schon sehr verzweifelt ausgesehen haben, denn die eine Schwester erklärte sich dann tatsächlich bereit, ihre Kompetenzen zu überschreiten und eben doch ein entsprechendes Rezept auszustellen. Muss ich erwähnen, das just dieses Medikament in der Apotheke nicht vorrätig war und bestellt werden musste? Man hätte es uns am Nachmittag nach Hause geliefert, aber da wollte ich ja wieder bei meinem Sohn im Krankenhaus sein. Also machte ich auf dem Weg dorthin dann nochmal einen Umweg über die Apotheke…
Am Freitagabend musste das große Kind dann nach all den Proben zum Chorauftritt und spätabends auch wieder abgeholt werden. Schlafen? Was ist das?
Dann war endlich Samstag und mein Sohnemann durfte wieder nach Hause. Danach dann gleich das große Töchterlein zur nächsten Gala gefahren – Samstagmittag um 13 Uhr – tolle Zeit, oder? Abholen um 16 Uhr, um es um 19.30 Uhr zur letzten Gala erneut abzuliefern und um 22.30 Uhr wieder abzuholen. Die Mutter des einzigen Chormitgliedes, das bei uns in der Nähe wohnt, hat kein Auto und fällt deshalb als „Entlastung“ aus, aber wir nehmen ihr Kind natürlich gern mit…
Der Sonntag und Montag gingen mit Wäsche waschen, Bügeln, Aufräumen, Putzen und Kinderbespaßung drauf. Seit heute klagt das Söhnchen wieder über Kopf- und Halsschmerzen und hat auch schon wieder leicht erhöhte Temperatur. Und das, obwohl er noch immer das AB einnimmt. In drei Stunden haben wir einen Termin bei der HNO-Ärztin… Daumendrücker sind ausdrücklich erwünscht!
Ich gehe mittlerweile irgendwie auf dem Zahnfleisch… Das zweijährige Töchterlein hat mir heute Morgen ab um 4 lustige Geschichten von Laura’s Stern und Lillifee erzählt und ist auch sonst zur Zeit sehr anstrengend. Trinken geht nur noch aus einem ganz bestimmten Glas, das auch gern mal samt Inhalt über den Tisch fliegt, zum Essen braucht sie mindestens 10 Besteckteile, die sie sich dickköpfig aus der Küchenschublade herausklaubt. Bekommt sie ihren Willen nicht oder sind die gewünschten Löffel und Gabeln gerade in der Spülmaschine, fliegen diverese Gegenstände in hohem Bogen durch die Wohnung und/oder das Kind liegt schreiend und um sich schlagend auf dem Boden. Essen an sich ist grad weniger angesagt, dafür sind wir aber futterneidisch. Das letzte Kinder-Pingui wird zwar zuerst abgelehnt, dann aber dem großen Bruder missgönnt. Also teilt Mama es nachträglich, woraufhin das kleine Biest ihre Hälfte auf den Teppich wirft und im selben Moment draufsteht. *kreisch*
Das große Kind hat gerade nur neue Stiefel, neue Ohrringe, neue Mützen, Schals, Stulpen, Jacken, Shirts, Röhrenjeans usw. im Kopf und entwickelt sich mit ihren 11 Jahren zum Modepüppchen. „Mama, kann ich deine Schminksachen auch mit verwenden?“ Gegensätzliche Äußerungen meinerseits werden mit einem Augenrollen und tiefen Seufzern mehr oder weniger zur Kenntnis genommen. Und überhaupt dürfen ALLE anderen viel mehr als sie und haben auch dies und jenes, was sie nicht hat - wir sind wohl endgültig in der „Puppität“ angekommen.
Apropos großes Kind… Selbiges war in den Herbstferien in den Reiterferien. An besagtem Sonntag, als ich mit dem Sohnemann beim Bereitschaftsdienst war, fiel mir auf, dass in meinem Portemonnaie ein Krankenversicherungskärtchen fehlt – nämlich das meiner großen Tochter. Siedend heiß fiel mir ein, dass wir das ja samt Impfausweis in der Reiterpension abgegeben hatten, als wir sie hinbrachten, ich es beim Auspacken der Tasche nach ihrer Ankunft zu Hause aber nicht in den Händen hatte. Der Umschlag, in dem Chipkärtchen und Impfausweis steckten und auf dem sämtliche Telefon- und Handynummern vom GG und mir für den Notfall standen, musste also dort liegengeblieben sein. Ich rief also gleich am Montag dort an und fragte nach. Ja, sagte die Pensionswirtin (eine ca. 55 jährige, rundliche Dame, die ich nur hinter ihrem Schreibtisch sitzend kenne und noch niemals stehend gesehen habe), sie hätte da neulich sowas „rumliegen“ sehen… Da lägen auch noch zwei oder drei solche Umschläge. Sie guckt mal, und wenn sie es findet, schickt sie es uns zu. Wenn nicht, ruft sie nochmal an.
Ähm ja… ok, ICH hab es auch nicht sofort bemerkt, das dieser Umschlag nicht wieder zu Hause angekommen ist. Aber müsste es für die Pensionswirtin, die diese Umschläge ja bei Ankunft von jedem Kind einsammelt, nicht auch Usus sein, diese bei Abfahrt wieder auszuteilen? Klar kann man mal was vergessen, aber wenn man solche ja doch recht wichtigen Unterlagen dann „rumliegen“ sieht – noch dazu von mehreren Kindern – kann man nicht DANN wenigstens handeln und den Leuten die Sachen zuschicken?
Naja, dann kam ja hier diese chaotische Krankenhaus-Woche und die Sache geriet bei mir ein wenig in Vergessenheit. Am Sonntag fiel mir dann aber auf, dass ich noch immer keine Post von der Reitpension bekommen hatte und ich rief nochmal dort an. Diesmal war der Gatte der Wirtin am Telefon. Er sagte mir, seine Frau hätte die Unterlagen in einen Umschlag gesteckt, aber der wäre erst am Freitag abgeschickt worden. Gut, dann hätte der Brief gestern oder spätestens heute, also am Dienstag, hier sein müssen. War er aber nicht! Also ein erneuter Anruf. Allerdings scheint Frau Wirtin unsere Telefonnummer nun schon zu erkennen, sie ging nämlich hartnäckig nichts an den Apparat. Erst, als ich mit unterdrückter Nummer dort anrief, meldete sie sich und war hörbar erschrocken, als sie meinen Namen am anderen Ende der Leitung vernahm. Ja, also das Chipkärtchen und der Impfausweis… Ähm… *räusper* …. hmmm… Ja, also sie hätte das „eben gerade“ in die Post gegeben. Auf meine wohl etwas schärfere Nachfrage „Heute erst?“ stammelte sie etwas von wegen Adresse erst nicht gefunden usw. Ja, klar… das Kind war bereits dreimal dort in den Reitferien und jedes verdammte Mal haben wir eine ausführliche Anmeldung ausgefüllt. Legen die diese Bögen gleich in der Rundablage (Papierkorb) ab??? Außerdem steht die Adresse auch auf dem Impfausweis drauf! Nein, Frau Wirtin hätte ja den Umschlag nicht aufgemacht. Ähh??? Warum nicht? Datenschutz? Und selbst wenn – AUSSEN auf dem Umschlag standen wie erwähnt 4 (!!!) Telefonnummern, unter denen man notfalls die Anschrift auch hätte erfragen können! Dann meinte sie noch, hoffentlich wäre die Adresse, an die sie die Sachen jetzt geschickt hätte, auch richtig. Meine Frage, WELCHE Adresse sie denn draufgeschrieben habe, versetzte die gute Frau zunächst wieder ins Stammeln. Komisch, wenn sie das doch „eben erst“ fertiggemacht hatte, hätte sie die Straße eigentlich noch wissen können, oder? Dann kam von ihr ein „Na an die Adresse, die auf dem Impfausweis steht.“ Oha – sagte sie nicht vor 30 Sekunden noch, sie hätte den Umschlag nicht geöffnet? Bin ich zickig, wenn ich hier grad im Dreieck springe??? Ich bin mir SICHER, die Frau hat noch nicht mal nach dem entsprechenden Umschlag GESUCHT in ihrem offensichtlichen Chaos, geschweige denn eine Adresse rausgesucht, die Sachen eingetütet oder abgeschickt!!! Die Krönung war dann noch ihre Frage, ob ich das Chipkärtchen denn jetzt brauchen würde? Och nööö, gute Frau, eigentlich nicht, ich unterhalte mich nur so gern mit Ihnen! *Augenroll* Was mach ich, wenn das Zeugs morgen wieder nicht im Briefkasten ist? Amok laufen? Eigentlich mag ich Pferde…
Am Sonntag ist der erste Advent, heute in einer Woche der 1. Dezember. Ich hab hier noch nicht weihnachtlich dekoriert, keine Plätzchen gebacken, erst einige wenige Geschenke besorgt. Ich muss noch die 72 Säckchen für die drei Adventskalender der Kinder befüllen… Wenigstens hab ich das Zeugs dafür schon hier liegen…
Hatte ich schon erwähnt, dass mein Blinddarm (oder – wie ich in letzter Zeit doch eher vermute – mein rechter Eierstock) mal wieder zwickt? Oder dass meine Haare dringend mal wieder nachgefärbt werden müssten? Und eigentlich auch geschnitten? Dass ich gern mal wieder was basteln würde, zum Beispiel diese Weihnachtssterne, für die ich schon seit Wochen das Origamipapier hier liegen habe? Dass mich dieses nasse, regnerische, graue Novemberwetter bald depressiv macht und ich hier einen Budenkoller bekomme? Dass ich nun schon zwei Termine der langersehnten und nun endlich genehmigten Frühförderung meines Sohnes wegen Krankheit absagen musste? Dass mich die Sorge um dieses Kind, das nun schon wieder Halsweh hat und weiß ist wie die Wand, noch mit krank macht?
Wisst ihr was? Ich will einfach mal meine Ruhe haben!!! Nur für einen Tag… Abschalten, ausspannen, an nichts denken müssen… Wie macht man sowas??? Warum läuft nichts, aber auch gar nichts so, wie es sollte? Warum muss ich immer funktionieren, während einige andere einfach so in den Tag hineinleben – nach dem Motto „Komm ich heut nicht, komm ich morgen!“?
Irgendwie stoße ich hier grad an meine Grenzen…